Checkliste für das Erstgespräch: so finden Sie die richtige Alltagshilfe

Das Erstgespräch entscheidet mehr als jede Website und jede Broschüre. Vierzig bis sechzig Minuten am Küchentisch zeigen, ob die Zusammenarbeit tragen wird. Wer unvorbereitet hineingeht, redet über das Wetter und vergisst die Fragen, die später wichtig werden. Wer eine Checkliste Erstgespräch Betreuung in der Hand hat, geht mit einer Entscheidungsgrundlage heraus.
Diese Seite ist als Arbeitsmaterial gedacht. Ausdrucken, Notizen daneben, Punkte abhaken.

Vor dem Termin: eine halbe Stunde Vorbereitung

Bedarf notieren, nicht schätzen

Schreiben Sie eine Woche lang mit, was tatsächlich schwerfällt. Fenster putzen, Wäschekorb tragen, Bettwäsche wechseln, Einkäufe schleppen, Vorräte im Blick behalten, Post sortieren, Termine merken. Diese Liste ist konkreter als jede allgemeine Beschreibung und macht das Gespräch kürzer und präziser.

Unterlagen bereitlegen

Einstufungsbescheid, falls vorhanden. Versichertenkarte. Kontaktdaten von Angehörigen. Notizen zu Allergien oder Unverträglichkeiten bei Reinigungsmitteln. Eine Liste der Medikamente, falls Begleitung zu Arztterminen gewünscht ist. Wohnungsplan im Kopf: Wo ist der Sicherungskasten, wo der Wasserhaupthahn, wo die Mülltonnen.

Checkliste fürs Erstgespräch liegt auf dem Wohnzimmertisch

Wunschzeiten festlegen

Überlegen Sie vorab, welche Tage und Uhrzeiten wirklich passen. Nach dem Frühstück, vor dem Mittagsschlaf, freitags vor dem Wochenende. Wer flexibel ins Gespräch geht, bekommt oft Zeiten, die zwar organisatorisch günstig sind, im Alltag aber störend.

Angehörige einbinden

Wenn Kinder oder Partner mitentscheiden, sollten sie dabei sein oder telefonisch zugeschaltet werden. Zwei Ohrenpaare hören mehr, und spätere Diskussionen entfallen.

Fragen zum Anbieter

Sind die Mitarbeitenden festangestellt? Liegt eine Betriebshaftpflicht vor, und in welcher Höhe? Wie lange besteht das Unternehmen bereits? Gibt es eine Anerkennung nach Landesrecht für die Abrechnung über Kassenbudgets? Wie werden Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt, werden Führungszeugnisse eingesehen? Welche Schulungen finden statt und wie oft? Wer ist meine Ansprechperson, wenn ich ein Problem habe, und ist diese Person telefonisch erreichbar?

Fragen zur Person, die kommt

Verlässlichkeit

Kommt immer dieselbe Person? Wie wird bei Krankheit oder Urlaub vertreten, und lerne ich die Vertretung vorher kennen? Wie kurzfristig werden Ausfälle mitgeteilt? Was passiert, wenn die Chemie nicht stimmt, und ist ein Wechsel kostenfrei möglich?

Erfahrung und Sprache

Wie lange arbeitet die Person bereits in diesem Bereich? Wie sicher ist die Verständigung, gerade bei Hörproblemen oder Dialekt? Hat sie Erfahrung mit Vergesslichkeit, mit Rollator oder Rollstuhl, mit Menschen, die anfangs Hilfe ablehnen?

Persönliche Details

Werden Tiere im Haushalt akzeptiert? Gibt es Allergien, die zu berücksichtigen sind? Ist die Person Raucherin, und wie wird damit umgegangen? Solche Kleinigkeiten wirken nebensächlich und entscheiden im Alltag über Wohlbefinden.

Fragen zum Leistungsumfang

Klären Sie schriftlich, was übernommen wird und was nicht. Reinigung welcher Räume, in welcher Tiefe. Fenster ja oder nein, innen oder auch außen. Wäsche waschen, aufhängen, zusammenlegen, bügeln. Kochen und Vorkochen. Einkäufe, mit oder ohne eigenes Fahrzeug. Rezepte einlösen, Päckchen abgeben. Begleitung zu Terminen, Spaziergänge, Gespräche, Vorlesen. Blumen und Balkon. Müll und Altpapier. Kleiderschrank saisonal umsortieren. Wer die Reinigungsmittel stellt und ob eigene Geräte mitgebracht werden.

Und ebenso wichtig: Was ist ausdrücklich ausgeschlossen? Medizinische Handlungen gehören in fachliche Hände, Handwerksarbeiten und Gartenumbau ebenfalls.

Fragen zu Kosten und Abrechnung

Wie hoch ist der Stundensatz, und gilt er auch abends und am Wochenende? Fallen Anfahrtskosten an? Wird pro angefangene Viertelstunde oder in festen Blöcken abgerechnet? Erhalte ich eine Rechnung, die ich steuerlich verwenden kann? Ist eine Direktabrechnung mit dem Kostenträger möglich, oder muss ich vorstrecken? Welche Budgets kommen in meinem Fall infrage, und wer stellt die Anträge? Wie sieht es mit Kündigungsfristen aus, und wie lange bin ich gebunden? Was kostet ein kurzfristig abgesagter Termin?

Was Sie selbst offen ansprechen sollten

Ein Erstgespräch ist keine Einbahnstraße. Erzählen Sie, wie Ihr Tag aussieht, wann Sie Ruhe brauchen, welche Rituale Ihnen wichtig sind. Nennen Sie Bereiche, die tabu sind, etwa ein bestimmtes Zimmer oder eine Schublade. Sagen Sie ehrlich, wenn Sie Zweifel haben, ob Sie Unterstützung überhaupt wollen. Diese Ambivalenz ist normal, und eine erfahrene Fachkraft geht damit souverän um.

Auf das Bauchgefühl achten

Gute Zeichen

Es wird mehr gefragt als erzählt. Die Person spricht mit Ihnen, nicht über Sie hinweg mit den Angehörigen. Es wird nachgefragt, wenn etwas unklar bleibt. Notizen werden gemacht. Grenzen werden akzeptiert, ohne Diskussion. Es gibt keinen Druck, sofort zu unterschreiben.

Warnsignale

Barzahlung ohne Rechnung. Ausweichende Antworten zur Versicherung. Ein Vertrag, der erst nach der Unterschrift ausgehändigt wird. Auffällig niedrige Preise ohne Erklärung. Zeitdruck, Rabatte mit Ablauffrist, das Argument, es gebe nur noch diesen einen Termin. Unpünktlichkeit bereits beim Erstgespräch.

Nach dem Gespräch

Nehmen Sie sich zwei Tage. Lesen Sie Ihre Notizen erneut und prüfen Sie, ob alle Punkte der Liste beantwortet wurden. Sprechen Sie mit Angehörigen. Bitten Sie um ein schriftliches Angebot und vergleichen Sie es mit einem zweiten. Vereinbaren Sie eine Probephase von zwei bis vier Wochen und danach ein kurzes Rückmeldegespräch. Halten Sie Absprachen fest, auch die kleinen: Wo liegt der Schlüssel, welche Mittel werden verwendet, wer wird bei Auffälligkeiten informiert.

Der Notizzettel für den Termin

Datum und Uhrzeit. Name der Person und Funktion. Ansprechperson und Telefonnummer. Stundensatz und Abrechnungsart. Umfang in Stichpunkten. Vertretungsregelung. Kündigungsfrist. Startdatum. Offene Fragen. Und eine Skala von eins bis fünf für Ihr Gefühl direkt nach dem Gespräch, notiert bevor Sie darüber nachdenken. Diese erste Zahl ist häufig treffsicher.

Häufige Fragen

Kostet ein Erstgespräch etwas?


Bei uns nicht. Es findet bequem am Telefon statt, dauert etwa 15 bis 20 Minuten und verpflichtet zu nichts.

Kann ich mehrere Anbieter einladen?


Selbstverständlich. Zwei oder drei Gespräche zeigen Unterschiede, die auf Papier unsichtbar bleiben.

Muss ich sofort entscheiden?


Nein. Seriöse Anbieter lassen Ihnen Zeit und schicken das Angebot schriftlich nach.

Was, wenn sich mein Bedarf später ändert?


Der Umfang lässt sich anpassen, nach oben und nach unten. Sprechen Sie das im Erstgespräch an, damit es vertraglich möglich ist.

Wie vereinbare ich einen Termin?


Rufen Sie an: 02204 / 70 64 194, Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr. Wir kommen mit Zeit, hören zu und bringen die Checkliste mit, falls Sie sie nicht ausgedruckt haben.